28. September 2015

the distinguished gentleman's ride [hamburg]


Am vergangenen Sonntag mischte sich in Hamburg der Geruch von Benzin und Öl mit englischen Tweed, feinem Leder und jeder Menge Bartwachs.  Anlässlich des „Distinguished Gentleman’s Ride“ fuhren mehr als 300 Fahrer ihre Vintage-Motorräder und Roller im frühherbstlichen Sonnenschein durch die Stadt und den Hafen. Der Dresscode: very distinguished, please! Der Mann war dabei, seine zweite Braut ein bisschen ausfahren.

Last Sunday the scent of oil, petrol, English Tweed, fine leather and loads of beard wax mingled through the streets of Hamburg. Participating in the "Distinguished Gentleman's Ride" more than 300 people had come to ride their vintage motorbikes and scooters through the autumn sun of the city centre and  the harbour. Dresscode: very distinguished, please! The man was there, too. Making a tour with his second bride.
FOTOS: Jörg Carstensen www.pureshot.de


„Normalerweise machen wir erst um 10 auf“, sagte der Barista im Elbgold-Café. „Und dann sind hier sontagmorgens auch immer eher so Mütter und Väter mit kleinen Kindern.“  Am letzten Sonntag war aber alles anders. Es war gerade erst neun und roch bereits nach Café. Und nach Sprit. Denn nach und nach knatterten über 300 spannendste Klassiker auf den Platz in der Lagerstraße: Norton, Triumph und natürlich auch die Lieblingsmotorräder des Mannes: Royal Enfields… Poliert, gepimpt und customized. Die Fahrer waren entsprechend gekleidet; Pepitaanzüge, flotte Hemden, Krawatte, Pfeifen, Fliegen und auch der Mann hatte Opas alte Taschenuhr und die Gamaschen rausgekramt.

"Normally, we don't open before ten", says one of the baristas in the Elbgold cafe. "And then we rather have mothers and fathers with small children here on Sundays." Last Sunday everything was different. It was hardly nine when we smelled coffee already. And petrol. More than 300 exciting classical motorbikes were arriving one after another at the meeting point close to Lagerstraße: Norton, Triumph and - of course - the favourite motorcycles of the man: Royal Enfields... Polished, pimped and customized. The drivers were dressed accordingly: pepita suits, brisk button-down shirts, ties and even bow-ties, pipes... and also the man had digged out grandpa's pocket watch and some spats. 

FOTOS: Jörg Carstensen www.pureshot.de
 
Die Herren und einige wenige Damen fuhren in feinstem Zwirn für den guten Zweck: die Fahrer wurden vor dem Start online von ihren Arbeitgebern, Motorradlabels oder einfach von Mutti und Vati oder dem Liebherz (taraa! Mein Einsatz!) gesponsert. Das Geld kommt der Prostatakrebsforschung zugute. Mehr als 2 Millionen US Dollar sind so an diesem einzigen Sonntag gesammelt worden. Weltweit, denn der Ride fand in insgesamt 410 Städten in 79 Ländern statt. Auch in Guatemala, Finnland und den Arabischen Emiraten wurde geknattert.

The gentlemen and few gentlewomen were riding smartly dressed for charity reason: before starting the tour the riders were sponsored online by their employers, bike labels or simple mummy and daddy or their little lovey (taraaa! that's me!). This way, more than 2 million US dollars were raised on this single day to support research into prostate cancer. People in 410 cities in 79 countries from Guatemala to the United Arab Emirates were participating.

Wie ein alter Profi und sehr lässig ist die Royal Enfield des Mannes mit ihren anderen Kollegen 32 km über Jungfernstieg, Reeperbahn und Hafencity bis zur Oldtimertankstelle Brandshof am Billhorner Röhrendamm gekurvt. Dort gab es dann in stilechter Umgebung Würstchen, Kuchen und Getränke. Das eine oder andere Fachgespräch wurde geführt und ein bisschen durfte man sich dann auch selber feiern zwischen den aufgestellten und stolz glänzenden Café Racern, Scramblern, Bobbern und Scootern, denn: die schöne Hansestadt führte in Deutschland mit über 300 Teilnehmer und mehr als 8600 gespendeten Euro den Ride auf Platz 1 an.

War ja klar. Hamburg halt.
 
Along with its old colleagues, the man's Royal Enfield curved for 32 kms along Jungfernstieg, Reeperbahn and Hafencity to arrive at the end of the tour where everybody was having sausages, cakes and drinks in the proper setting of the oldtimer petrol station Brandshof . There were one or two expert conversations taking place and finally people were allowed to celebrate themself inbetween all those proudly shiny café racers, scramblers, bobbers and scooter: with more than 300 participants and over 8000 Euros gathered, our beautiful city is the absolute number 1 in this ride. 

Of course. This is Hamburg.



P.S.: Ja, ich habe tatsächlich nicht ein einziges Mal das Wort "Harley" benutzt. Dafür gibt es hier am Ende einen hidden track: ein Freebie zum Nachsticken.

Yes, it's true. I did not write a single word about Harleys until now. Here is a hidden track: a cross-stitch freebie for you.

 

16. September 2015

linblomman means happiness

Jedenfalls für mich. Und zwar seit 24 Stunden. Denn da ist ein Päckchen aus Wales bei mir eingetroffen. Tanja von LINLADAN hat es geschickt und es enthält schwedisches Stickgarn aus Flachsgarn: linblomman.
 
At least for me. Since 24 hours. At that time a package from Wales arrived. Tanja from LINLADAN sent it and it contains Swedish embroidery thread made from flax: linblomman.

Linladan bedeutet Flachsscheune und gibt wohl einen Hinweis darauf, wie es bei Tanja in Wales aussieht, denn sie hat vor einiger Zeit etwas sehr Spannendes in ihrer Heimat Schweden gefunden: Berge wunderschöner Schachteln mit Stickgarn aus Flachs bzw. Leinen. Die kleinen Kartons haben viele Jahrzehnte lang in einem vergessenen Fabriklager gewartet. Das Flachsgarn ist in den 60er Jahren in Schweden produziert worden und wurde dann vor 50 Jahren bei der Schließung der Firma zurück gelassen. Gut für uns! Denn über LINLADAN können wir nun die wiedergefundenen Boxen bestellen.

Linladan means flax barn and might give a hint how Tanja's place in Wales looks like as she recently made a exciting discovery in her home country Sweden: mountains of beautiful boxes with embroidery yarn made from flax resp. linen. Those small packets have been waiting in a forgotten factory stock for decades. The yarn had been produced in Sweden in the 60s and was left when the factory was closed down. Good for us! Now we can order those re-found boxes at LINLADAN. 







Meine Box heißt FLORA & FAUNA und die Farben trösten mich wirklich sehr über den Abschied vom Sommer hinweg. Die Schachtel enthält 20 Docken Garn à 14 Meter Lauflänge.

My box is FLORA & FAUNA and the colours really are a consolation for me that the summer is over now. The packet contains 20 bundles of yarn with 14 metres each.

Das Stickgarn ist eher robust und etwas dicker. Es ist zweifädig und teilbar. So viel habe ich bereits ausprobiert. Auf jeden Fall fällt mir einiges zum linblomman ein und ich freue mich, dass es endlich mal etwas Neues und Anderes am Stickgarnhorizont gibt!

The yarn is rather strong and can be devided into 2 strands. That's what I found out so far. In any case I have some ideas on linblomman and I am much excited that there is something new and different on the horizon of embroidery yarn!

Liebe Tanja, wenn Du wieder nach Schweden auf Stickgarnrettung gehst, dann komme ich gerne mit und trage Dir die Kartons!

Dear Tanja, I would love to come with you to Sweden for your next embroidery-yarn-rescue-trip. Will carry all the stuff for you!

visit www.linladan.com

1. September 2015

oh wie schön ist altendorf [elbsandsteingebirge]

Eigentlich war unsere Sommerreise in das Elbsandsteingebirge eher eine schnelle Idee als ein langgehegter Wunsch und der eine oder andere von uns hatte so seine Zweifel... Jetzt aber wünschen wir uns ab und an zurück.

Der Mann und ich waren eine Woche in Altendorf. Wo liegt das? Genau: in der Nähe von Bad Schandau, an der Elbe, zwischen Dresden und der tschechischen Grenze, im Elbsandsteingebirge.

Um es kurz zu machen: es war ganz schön schön da! Klar, denn es gibt in einem Umkreis, der kaum größer ist als das Legoland soo viel Spannendes zu gucken und zu unternehmen:

DEN MALERWEG BEWANDERN
Altendorf liegt genau zwischen zwei Etappen dieses viel gezeichneten und gemalten (haha) Wanderweges. Wir haben uns dort 2 Tage lang mindestens genauso wohlgefühlt wie Caspar David Friedrich (nur hatten wir sehr viel mehr Stullen und sehr viel weniger Malzeug dabei). Der Mann und ich sind wie Hänsel und Gretel durch schattige Haine, über sonnige Ebenen gewandert, haben plätschernde Bäche überhüpft und uns ein bisschen vor der bizarren Pflanzenwelt und den eindrucksvollen Steinriesen gegruselt. Geradezu entzückt waren wir von den mannigfaltigen Ansichten auf jedem Meter und gäbe es ein Malen nach Zahlen vom Malerweg, ich würde es kaufen. 


AUF DER PANORAMATERRASSE DES GASTHAUSES HEITERER BLICK AUSRUHEN

...und zwar, nachdem man viele tolle Sachen aus der hauseigenen Schlachterei gefuttert hat. Von der Terrasse aus sieht man auf einen einzigen Rundumblick die berühmten Schrammsteine, den Lilienstein, die Festung Königstein und lecker Roulade auf großen Tellern. Wenn es also irgendeine Terrasse in der Gegend gibt, die sich Panorama nennen darf, dann gewiss diese.

EINEN KLETTERKURS ABSOLVIEREN

Hui, das war toll! An der Schäferwand in Tschechien haben wir uns auf den zahlreichen Klettersteigen wie echte Helden gefühlt, waren Dank unseres Kletterguides und der perfekten (geliehenen) Ausrüstung jedoch keine Sekunde in Gefahr. Also... äh...glaub' ich jedenfalls.

EINEN TAGESAUSFLUG NACH DRESDEN MACHEN

und sich einfach der Stadtrundfahrt hingeben. Eine Buttermilch im schönsten Milchladen der Welt trinken, die Füße in den Brunnen bei der Frauenkirche halten und schnell wieder zurück nach - klar - Altendorf.

SICH ZU HAUSE FÜHLEN...

Dass die Woche so toll war, lag nicht zuletzt an unserem schönen Zuhause im Altendorfer Vorwerk, in dem wir unsere Ferienwohnung gemietet hatten. Normalerweise sind wir nicht sooo große Fans von Ferienwohnungen sondern buchen immer eher ein Haus, welches - zum Schutz unseres Umfeldes - etwas entfernter von anderen Menschen liegt (wir hören und machen halt laut Musik, jagen uns früh morgens gerne nackig über die Flure und durch den Garten etc.). Andreas und seine Frau haben ein paar wirklich schöne Ferienwohnungen in diese olle Fachwerkbude gehämmert. Helles Fachwerk mischt sich mit ipod-Docking-Station. Nirgendwo liegt ein kleines Deckchen auf einem Schränkchen unter einem Töpfchen mit einem Deckelchen und die Farben der Textilien verursachen keine schlechte Laune. Der tolle Garten hat immer Sonne UND Schatten, ist eine perfekte Mischung aus wild und gepflegt und Plastikmobiliar muss draußen bzw. im Baumarkt bleiben. Es ging uns so gut, wir hätten fast vergessen, dass das Haus ja gar nicht unseres ist und wollten Andreas und seiner Frau gerade die Schlüssel abnehmen, aber da stand dann unser Taxi auch schon vor der Tür, um zurück zum Bahnhof zu fahren. Schade.