18. April 2016

k. und k. kaffeehaus [hamburg, hafencity]

Der Franz Mann und ich lagen neulich Morgen so fad' in unseren 37 seidenen Kissen herum und waren ganz hungrig vom vielen an die-vergoldete-Stuckdecke-gucken. Die Servierung eines Frühstückes unter eben dieser fiel aus, da wir unseren Bediensteten ein Mal im Jahr einen freien Tag gestatten. Also musste ein standesgemäßes Frühstückslokal her.

Das "Klein und Kaiserlich" am Kaiserkai in der Hafencity ist ein recht hübsches Ding zwischen Wasser, Beton und ollen Schiffchen. Nach vorne bescheiden und zurückhaltend, hat es sich nach hinten kokett und selbstbewusst eine schöne Terrasse mit Blick auf den Museumshafen gesichert (die wir an jenem Sonntag leider nicht besitzen konnten, da wir aufgrund der Außentemperaturen nach 5 Sekunden erfroren ins Hafenbecken geplumpst wären; da hätte auch keine der zahlreichen österreichischen Kaffeespezialitäten - mit oder ohne Schnäpschen - geholfen).


 Klein und Kaiserlich Kaffeehaus    Mo - So: 10.00 - 18.00 Uhr    Am Kaiserkai 26    Hamburg, 20457  040-361 224 80




























Wir hatten einen schönen Platz auf der kleinen Galerie des Cafés (dem Franzerl fiel übrigens sofort auf, wie sauber die Kronleuchter selbst von oben betrachtet sind. Ein großes Lob an den Reinigunsservice.) und haben uns zwischen Porträts von Sissi und Franz, dunkelgrünem Leder und (besagten) güldenen Kronleuchtern ganz wohl gefühlt.

Die Frühstückskarte bietet klassische Frühstücksvariationen: süß (mit Marillenmarmelade natürlich...), herzhaft mit Wurst und Schinken, ohne Wurst und Schinken, dafür mit Lachs und Käse, Rührei. Alles frisch und keine schwitzige Wurst aus der Packung. Müsli und Veganes sucht man auf der Karte vergeblich. Nun ist die österreichische Küche ja aber auch weder bekannt für gesunde Schlankmacher noch für Essen ohne Tier. Ich gestehe sogar, lüstern auf die Weißwurst mit Laugenbrezel am Nebentisch geschielt zu haben.

Wir waren dann aber doch pappsatt, sonst hätten wir vermutlich mal so ein Würschtl oder die in der Mittagskarte angepriesenen warmen Schmankerl oder aber auch das eine oder andere frischgebackenen Stück Kuchen oder Torte aus der Vitrine geordert.

Das schöne an Hamburg ist ja aber auch: die Wege sind nicht weit und wir kommen bestimmt mal wieder.
                        






8. April 2016

die see... [zingst, fischland-darß]

Nachdem uns auf Mallorca beim Bergwandern so warm war, haben wir an der Ostsee in Zingst eine echte Abkühlung bekommen. Die See ist halt immer für eine Überraschung gut...

Es sollte ein Wochenende mit ein bisschen frischem Wind und ordentlich Sonne werden. Und es wurde dann ein Wochenende mit ein bisschen Sonne (circa 13 Minuten insgesamt) und ordentlich Wind. Also eigentlich war es mehr ein Unwetter. Die Bilder sind während der Ruhe vor dem Sturm aufgenommen, als man noch eine Kamera halten konnte. "Papperlapapp. Hauptsache trocken", sagte der Mann und trat in die Pedalen. Und wurde immer kleiner und kleiner.




Nach 40 km Gestrampel im Gegenwind habe ich meinen Körper verlassen und mir ein neues Stickkit überlegt: DIE SEE IST EINE HARTE MUTTER als Wimpel für die Wand.
Das Kit enthält wie immer sämtliches Material und ausführliche Erklärungen zur Technik.


Solltet Ihr also vorhaben, an die See zu fahren...nehmt Euch was zu Sticken mit.


29. März 2016

wool of fame [fornalutx, mallorca]

Keine Sonne, kalt und grau, da musste Abhilfe her. Auf nach Mallorca! Das dachte sich auch Susanne aus Hamburg, packte ihre sieben Sachen und wanderte 2013 nach Mallorca aus, um den Schafen dort die Wolle abzuknöpfen.


Dem Mann und mir war so fröstelig zumute, dass wir mal schnell ein bisschen in den Frühling mussten, und zwar nach Mallorca. Nur ganz ausnahmsweise sind wir mal nicht am Ballermann zum Koma-Feiern gewesen, sondern eine Woche lang die Berge des Tramuntanagebirges hoch und runter gewandert.  

Natürlich haben wir auch überprüft, ob das "schönste Dorf der Insel" diesen Titel zu Recht trägt. Für mich war die Sachlage aber sofort geklärt, denn ich habe dort einen Woll-Showroom entdeckt. Den von Susannes feinem Wolllabel WOOL OF FAME.






















Susanne war so nett, ihr kleines Dorfhaus für mich außerhalb der Saison zu öffnen, so dass ich ihre schöne Wolle innerhalb von 3 Minuten durcheinanderbringen und alles fünftausend Mal anfassen konnte.

Susanne ist vor drei Jahren teil-ausgewandert. Der Sitz ihres Labels befindet sich nach wie vor in Hamburg, ihre Werkstatt - also die kreative Zelle der Firma - befindet sich in einem umgebauten Eselstall in Fornalutx auf Mallorca. Wenn Ihr wollt, dann öffnet Susanne mal die schwere, olle Holztür für Euch und Ihr könnt die tolle Wolle bewundern, die in den Farben der Insel gefärbt ist. Auf der Webpage von WOOL OF FAME findet Ihr die entsprechenden Kontaktmöglichkeiten.

Und während der Mann auf dem Dorfplatz 82 Tassen café con leche und eine halbe Flasche Carlos Primeros getrunken hat, habe ich mich für ein bisschen Wolle in der Farbe der bewanderten Berge entschieden.







Beide sind wir dann zusammen im Sonnenuntergang sehr glücklich ins Ferienhaus zurück getorkelt.




15. März 2016

OSTERN 2016 I EASTER 2016


Wie immer kommt Ostern ja wieder so schnell nach Weihnachten. Und wie immer gibt es in unserem Zuhause momentan mehr Eier als auf jedem Hamburger Wochenmarkt. Der Unterschied: unsere sind leer. Und bestickt.

Nachdem der Mann und ich im Februar schnell mal spontan ein wenig in die (noch frühlingshafte) mallorquinische Sonne mussten, habe ich die kleinen Biester mit etwas Verspätung aus ihrem Winterlager geholt und wie immer mit Nadel und Faden bedroht.  
 
Das neue Motiv für 2016 ist ein Segelschiffchen.




Passend zum schönen Hamburg: maritim, dezent und hier und da ein wenig schief.
 

23. Dezember 2015

happy holidays


Der Mann und ich wünschen allen ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für das Neue Jahr.

The man and me we wish all of you a Happy Holiday and all the best for next year.





Vielen Dank für Eure Treue und weiterhin viel Spaß beim Sticken!

Thank you so much for your loyalty. Keep enjoying to embroider!

20. Oktober 2015

hey, cowboy

Vorbei die Zeiten, in denen der Cowboy für O-Beine und billige Karnevalskostümierung stand. Die neuen Cowboys sind echte Männer, haben aber hervorragende Manieren. Außerdem riechen sie lecker; nach Leder und nach frischgewaschen gleichermaßen.

Those times are over in which cowboys stand for bowlegs and cheap carnival costumes.
The new cowboys are real men with excellent manners. They smell tasty; like leather and fresh linen.

Irgendwie hat es ja doch was, wenn Männer ihren Weg gehen oder reiten. Ein Cowboy, sein Pferd, die Stille der Prärie... hin und wieder ein kräftiger Schluck aus der Wasserbuddel (kein Evian) und das friedliche Knirschen des Sattels im Sonnenuntergang. Hier sind ein paar passende Accessoires zum Thema.

In the end... isn't it attractive when men go or ride their own way? A cowboy, a horse, the silence of the prairie...a strong swig of water (no Evian) every now and then and the peaceful creaking of the saddle while the sun is going down.




Leder Hutband / leather hat band [Love that Leather]
Kissen aus falschem Rindsleder / pillow cover [Kathleen Ann Home & Living]
Einladung / invitation [Amira Design]
Manschettenknöpfe  / cufflinks [Beluga Home Studio]
Fransenbeutel / fringed rucksack [goldfaden]
Gürtelschnalle / belt buckle [junkbay]


Auch ich bin eindeutig von diesem Thema inspiriert und stelle hier das neue Kreuzstich-Kit COWBOY vor. Wie immer alles drin zum nachmachen, inklusive Lederband für den Zügel.

Me too, I have been inspired by this story and here is the new cross-stitch kit COWBOY. Like always containing everything you will need to make this piece yourself, including a leather strap for the rein.

















Der Mann hat sich übrigens lobend über den neuen Wimpel geäussert (= ein kurzes Nicken in die ungefähre Richtung des Wandgehänges) und seine ollen Cowboystiefel zum Schuster gebracht.

Even the man expressed his appreciation about the new bunting (= a short nod in the vague direction of the wall hanging) and was inspired to get his old cowboy boots to the cobbler for a make over.








28. September 2015

the distinguished gentleman's ride [hamburg]


Am vergangenen Sonntag mischte sich in Hamburg der Geruch von Benzin und Öl mit englischen Tweed, feinem Leder und jeder Menge Bartwachs.  Anlässlich des „Distinguished Gentleman’s Ride“ fuhren mehr als 300 Fahrer ihre Vintage-Motorräder und Roller im frühherbstlichen Sonnenschein durch die Stadt und den Hafen. Der Dresscode: very distinguished, please! Der Mann war dabei, seine zweite Braut ein bisschen ausfahren.

Last Sunday the scent of oil, petrol, English Tweed, fine leather and loads of beard wax mingled through the streets of Hamburg. Participating in the "Distinguished Gentleman's Ride" more than 300 people had come to ride their vintage motorbikes and scooters through the autumn sun of the city centre and  the harbour. Dresscode: very distinguished, please! The man was there, too. Making a tour with his second bride.
FOTOS: Jörg Carstensen www.pureshot.de


„Normalerweise machen wir erst um 10 auf“, sagte der Barista im Elbgold-Café. „Und dann sind hier sontagmorgens auch immer eher so Mütter und Väter mit kleinen Kindern.“  Am letzten Sonntag war aber alles anders. Es war gerade erst neun und roch bereits nach Café. Und nach Sprit. Denn nach und nach knatterten über 300 spannendste Klassiker auf den Platz in der Lagerstraße: Norton, Triumph und natürlich auch die Lieblingsmotorräder des Mannes: Royal Enfields… Poliert, gepimpt und customized. Die Fahrer waren entsprechend gekleidet; Pepitaanzüge, flotte Hemden, Krawatte, Pfeifen, Fliegen und auch der Mann hatte Opas alte Taschenuhr und die Gamaschen rausgekramt.

"Normally, we don't open before ten", says one of the baristas in the Elbgold cafe. "And then we rather have mothers and fathers with small children here on Sundays." Last Sunday everything was different. It was hardly nine when we smelled coffee already. And petrol. More than 300 exciting classical motorbikes were arriving one after another at the meeting point close to Lagerstraße: Norton, Triumph and - of course - the favourite motorcycles of the man: Royal Enfields... Polished, pimped and customized. The drivers were dressed accordingly: pepita suits, brisk button-down shirts, ties and even bow-ties, pipes... and also the man had digged out grandpa's pocket watch and some spats. 

FOTOS: Jörg Carstensen www.pureshot.de
 
Die Herren und einige wenige Damen fuhren in feinstem Zwirn für den guten Zweck: die Fahrer wurden vor dem Start online von ihren Arbeitgebern, Motorradlabels oder einfach von Mutti und Vati oder dem Liebherz (taraa! Mein Einsatz!) gesponsert. Das Geld kommt der Prostatakrebsforschung zugute. Mehr als 2 Millionen US Dollar sind so an diesem einzigen Sonntag gesammelt worden. Weltweit, denn der Ride fand in insgesamt 410 Städten in 79 Ländern statt. Auch in Guatemala, Finnland und den Arabischen Emiraten wurde geknattert.

The gentlemen and few gentlewomen were riding smartly dressed for charity reason: before starting the tour the riders were sponsored online by their employers, bike labels or simple mummy and daddy or their little lovey (taraaa! that's me!). This way, more than 2 million US dollars were raised on this single day to support research into prostate cancer. People in 410 cities in 79 countries from Guatemala to the United Arab Emirates were participating.

Wie ein alter Profi und sehr lässig ist die Royal Enfield des Mannes mit ihren anderen Kollegen 32 km über Jungfernstieg, Reeperbahn und Hafencity bis zur Oldtimertankstelle Brandshof am Billhorner Röhrendamm gekurvt. Dort gab es dann in stilechter Umgebung Würstchen, Kuchen und Getränke. Das eine oder andere Fachgespräch wurde geführt und ein bisschen durfte man sich dann auch selber feiern zwischen den aufgestellten und stolz glänzenden Café Racern, Scramblern, Bobbern und Scootern, denn: die schöne Hansestadt führte in Deutschland mit über 300 Teilnehmer und mehr als 8600 gespendeten Euro den Ride auf Platz 1 an.

War ja klar. Hamburg halt.
 
Along with its old colleagues, the man's Royal Enfield curved for 32 kms along Jungfernstieg, Reeperbahn and Hafencity to arrive at the end of the tour where everybody was having sausages, cakes and drinks in the proper setting of the oldtimer petrol station Brandshof . There were one or two expert conversations taking place and finally people were allowed to celebrate themself inbetween all those proudly shiny café racers, scramblers, bobbers and scooter: with more than 300 participants and over 8000 Euros gathered, our beautiful city is the absolute number 1 in this ride. 

Of course. This is Hamburg.



P.S.: Ja, ich habe tatsächlich nicht ein einziges Mal das Wort "Harley" benutzt. Dafür gibt es hier am Ende einen hidden track: ein Freebie zum Nachsticken.

Yes, it's true. I did not write a single word about Harleys until now. Here is a hidden track: a cross-stitch freebie for you.